Abenteuer 1. Liga

Part I – Düsseldorf

Zum ersten Mal in der Geschichte der Ulmtimates machte sich ein Team auf, die höchste deutsche Spielklasse im Ultimate Frisbee aufzumischen. Nach gefühlt ewig dauernder Anreise fanden sich die Ulmer am Freitagabend in einer Kabine der Schlafhalle zusammen und stimmten sich auf das erste Wochenende ein.

Zur Begrüßung in der 1. Liga durften wir dann direkt im ersten Spiel gegen den späteren deutschen Meister – die Hässlichen Erdferkel Marburg – antreten. Gegen jede Erwartung präsentierten wir uns von Beginn an von unserer besten Seite und konnten dem Klassenprimus sogar etwas davonziehen. Durch die fehlende Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit wurden wir jedoch wieder eingeholt und mussten uns am Ende mit 15:10 geschlagen geben.

Nach nur einem Spiel Pause, waren wir auch schon wieder auf dem Platz gefordert. Der nächste Gegner – die Heidees – standen auf dem Plan. Leider konnten wir keinen ähnlich guten Start, wie im ersten Spiel hinlegen und kamen gegen einen sehr starken Gegner nur schleppend ins Spiel und wurden am Ende mit einer etwas zu deutlichen Niederlage mit 15:8 besiegt.

Nun hieß es erstmal tief durchatmen. Doch auch nach zwei Niederlagen war die Motivation in unserem Team nicht unterzukriegen. Uns war klar, dass es eine schwere Aufgabe wird den erfahrenen Teams der 1. Liga gegenüberzutreten.

Im dritten Spiel stand uns das Team Frühsport 0,2 aus Köln gegenüber. Es entwickelte sich ein hitziges und hochklassiges Spiel in dem beide Teams von einer starken Offense profitierten. Das Spiel war bis zum Ende eng, doch mussten wir uns auch gegen diesen Gegner mit 15:11 geschlagen geben.

So stand nun eine Bilanz von 0:3 nach dem ersten Tag zu Buche. Doch ließen wir uns davon nicht entmutigen. Wir wussten, dass wir noch einige Chancen bekommen uns von unserer besten Seite zu zeigen. Am Abend kehrten wir nach einem kurzen Besuch einer Trinkhalle, mit gewohntem hochwertigen Bier, in ein nahegelegenes Grillrestaurant ein. Nach einem riesen Teller Hot-Wings, Burgern und sonstigen Spezialitäten fielen wir auch schon auf die Isomatten, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Voller Elan und mit frischen Kräften stand das Kräftemessen mit den bis dahin ebenfalls sieglosen Würzburgern (Disc-O-Fever) an. Mit bester Laune, einer harten Defense, einer souveränen Offense und einer starken Teamleistung konnten wir den ersten Sieg in der Geschichte der Ulmer Erstklassigkeit mit 15:10 feiern. Jetzt war es offiziell – Wir sind in der ersten Liga angekommen.

Nach einer gefühlt ewig andauernden Pause machten wir uns für das letzte Spiel des Wochenendes bereit. Durch den zurückliegenden Sieg beflügelt wollten wir auch dem Team Ars Ludendi aus Darmstadt zeigen, dass wir keine Laufkundschaft sind. Und genau so konnten wir uns präsentieren. Wir schafften es von Anfang an uns von unserem Gegner abzusetzen und darüber hinaus ein Polster zu erspielen. Doch sollte dieses am Ende nicht ausreichen. Uns fehlten am Ende die Nerven den komfortablen Vorsprung bis zum Ende zu verwalten und gaben das Spiel mit 15:13 ab. Das war die bis dahin wohl bitterste Niederlage des Wochenendes.

So machten wir uns mit etwas gemischten Gefühlen auf den langen Heimweg. Nach einigen Zweifeln war uns jedoch klar, dass wir es auf jeden Fall schaffen uns am zweiten Wochenende wieder stark zu präsentieren.

 

Part II – Osnabrück

Nach einigen Wochen Pause machten sich die Ulmer auf den noch etwas längeren Weg nach Osnabrück. Nachdem wir fast das ganze Land auf unserer Reise durchquert haben, trafen wir wieder am Freitagabend ein und sicherten uns eine der begehrten Kabinen. Nach einem gemütlichen Beisammensein schlüpften die Ulmer zeitig in ihre Schlafsäcke und stimmten sich darauf ein, dem Gastgeber des Wochenendes am Samstagmorgen einen starken Kampf entgegenzusetzen. Da wir das erste Spiel des Tages hatten, waren wir natürlich die ersten am Buffet, welches bei unserem Eintreffen noch nicht einmal komplett aufgebaut war. Nach kurzer Wartezeit wurden wir zu unserer Verwunderung jedoch sehr gut verpflegt. Denn das Buffet war gegen unsere Erwartung nicht wie gewohnt. Denn einige nette „Muttis“ haben uns die Semmel sehr fürsorglich belegt, sodass uns diese Arbeit erspart blieb.

Nach einer Stärkung und einem intensiven Warmmachen stand uns nun der noch ungeschlagene Gastgeber der UFOs Osnabrück, in einer riesigen Sporthalle gegenüber. Es entwickelte sich ein heißes Spiel, welches wir knapper gestalten konnten als es die UFOs erwarteten. Wir waren bis kurz vor Schluss nah dran das Spiel noch drehen zu können, doch endete das Spiel 15:11 gegen uns. Trotzdem konnten wir aus dem Spiel mitnehmen, dass wir sogar gegen den Gruppenersten mithalten können und es deshalb vor keinem Gegner verstecken müssen.

Damit hatten wir eine Bilanz von 1:5 vor der Brust und rechneten schon aus, welche möglichen Szenarien dies für uns bereithält. Wieder einmal war von verrückten bis unmöglichen Theorien alles dabei. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass alles Rechnen umsonst war, da unser direkter Konkurrent aus Würzburg uns nach einer weiteren Niederlage gegen Köln nicht mehr überholen kann. Genauso stand daraufhin fest, dass ein Sprung nach oben nicht mehr möglich ist, da wir den direkten Vergleich gegen Köln verloren hatten.

Somit konnten wir befreit in das letzte Spiel gegen Düsseldorf starten. Von Anfang bis Ende konnte sich kein Team wirklich absetzen. Die beiden Offense-Lines der Teams waren einfach zu stark um einen Vorsprung zuzulassen. So konnten wir am Ende den Universe-Point für uns entscheiden und gewannen das Spiel mit 15:14. Zudem haben wir uns selbst bewiesen, dass wir auch ein knappes Spiel bis zum Ende durchziehen können.

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Als siebter im Pools B, mussten wir uns im Crossover-Game nun mit dem sechsten des Pools A messen. Unser Gegner für dieses erste von zwei möglichen Endspielen war dann schlussendlich Ultimate am See. Um dieses immens wichtige Spiel zu bestreiten mussten wir nur erstmal den Standort wechseln. Wir liefen ein paar Minuten zur benachbarten zweiten Spielhalle. Und zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass diese Halle gegen unsere gewohnte Spielhalle, wesentlich kleiner und beengter war. Um uns auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten, machten wir uns in den Gängen der Halle intensiv warm und starteten mit einem „Anfeuern“ um uns richtig heiß zu machen. Beide Teams schenkten sich im Verlauf des Spiels nichts. Es wurde ein sehr enges Kräftemessen, welches am Schluss, trotz zwischenzeitlicher Führung für uns, im Universe-Point entschieden werden sollte. Doch leider war das Glück nicht auf unserer Seite und wir verloren das Spiel mit 15:14. Etwas ungläubig wegen dieser engen und unnötigen Niederlage gingen wir wieder in die gewohnte Halle zurück. Dort wurde unser kommender Gegner ausgespielt. Und es kam wie es

kommen musste… Wir sollten eine Revanche, für die bittere Niederlage am ersten Wochenende, gegen die Darmstädter bekommen. Nach einer ausgiebigen Dusche verließen wir die Halle und kehrten bei einem nahegelegenen Italiener ein. Nach einigen Pizzen als Vorspeise und einigen Nudelgerichten als Hauptspeise machten wir uns auf den Rückweg zur Schlafhalle und fielen zeitig ins Bett.

Nach einer kurzen Nacht stimmten wir uns auf unser zweites Endspiel ein. Im Prinzip wollten wir das Spiel ähnlich wie am ersten Wochenende gestalten, nur wollten wir dieses Mal zum Schluss die Nerven behalten und den Sieg über die Zeit bringen. Tatsächlich schafften wir es wieder uns von Anfang an durch eine souveräne Leistung und die verbale Unterstützung durch das Technische Hilfswerk aus Tübingen, etwas abzusetzen. Zwar nicht in dem Maße wie im ersten Spiel, aber dennoch komfortabel. Trotzdem sollte es wieder nicht sein! Beim Stand von 13:11 war die Zeit abgelaufen und der verhexte 14te Punkt sollte das Spiel entscheiden. Diesen zu erzielen, gelang uns wie schon im ersten Aufeinandertreffen nicht und so stand unser Abstieg nach einer 14:13 Niederlage fest.

Und so fanden wir uns nach einer kurzen Pause im sehr ungeliebten Spiel um Platz 15 wieder. Unser vorerst letzter Gegner in der 1. Liga sollten die Hucks aus Berlin sein. Man merkte diesem Spiel sofort an, dass beide Teams dieses ungeliebte Duell der beiden feststehenden Absteiger nicht mit voller Motivation bestritten. Trotzdem hatten wir uns vor diesem Spiel vorgenommen, uns mit erhobenem Haupt vorübergehend von der 1. Liga zu verabschieden. Deshalb war der Wille bei uns im Team höher, dieses Spiel noch zu gewinnen. Schlussendlich verließen wir dann den Platz mit einem 15:9 als Sieger und gingen mit einem etwas positiveren Gefühl nach Hause.

Unser Ziel den Klassenerhalt zu schaffen, haben wir leider nicht erreicht. Dennoch hatten wir zwei unfassbar aufregende und spannende Wochenenden. Besonders erfreulich ist dabei, dass wir uns als Team nie aufgegeben haben und uns deshalb sicher sind, dass dies nur ein Abschied auf Zeit ist. Wir werden noch stärker wiederkommen und dann wird das Kapitel 1. Liga in der Ulmtimates Geschichte weitergeschrieben.

Eure Ulmer,
Niko, Samu, Andi, Hannes, Fritz, Torsten, Bobo, Tobi, Benni und Dani